Ab oder bis wann lohnt sich die Vollkasko in der Kfz-Versicherung?

Nun gehen wir dieser Frage nach, wann sich eine Vollkaskoversicherung lohnt und rechnet und möchten dabei so weit wie nur möglich neutral bleiben. Natürlich könnten wir jetzt behaupten, die Vollkasko-Versicherung mache immer Sinn. Doch das müssen Sie selbst entscheiden, welche Kosten Sie bereit sind aufzubringen, um selbstverschuldete Unfälle, Vandalismus und Schäden durch nicht ermittelbare Verursacher abzusichern. Ganz klar: Wenn Ihr Auto von gehobenerem Wert und noch sehr jung ist, dann möchten Sie es auch umfangreich versichert haben und greifen gewöhnlich auch zu einer Vollkaskoversicherung. Bei den heutigen Fahrzeugpreisen eigentlich logisch.

Folgende Punkte sind eine Gedankenstütze, um über den Sinn der Vollkasko nachzudenken:

  1. Zunächst einmal sollten Sie wissen, was überhaupt eine Vollkaskoversicherung beinhaltet. Das können Sie hier nachlesen.
  2. Von großem Interesse ist natürlich die Frage, wieviel eine solche Vollkasko überhaupt kostet. Durch einen Versicherungsvergleich kann man hierbei günstige Kfz-Versicherungen finden. Es dürfte Ihnen klar sein, dass man eine Kfz-Haftpflicht– und Vollkaskoversicherung nur zusammen als ein Paket bei einer Versicherungsgesellschaft bekommen kann. Wenn Sie einen Neu- oder Gebrauchtwagen anschaffen, dann können Sie auch die Kfz-Versicherung wechseln und müssen die Vollkaskoversicherung nicht bei Ihrer alten Versicherung abschließen.
  3. Verblüffend ist zudem, dass eine Vollkaskoversicherung aufgrund des Schadenfreiheitsklassen-Systems (gemessen an den Leistungen) günstiger sein kann als eine Teilkaskoversicherung. Das heißt, dass Sie mit einer bloßen Teilkasko gar nicht mal so viel sparen müssen! Wenn Sie sich also nicht ganz schlüssig sind, ob es nur eine Teilkasko oder eine Vollkasko (bei der immer eine Teilkasko mit abgeschlossen wird) sein soll, dann holen Sie sich zunächst Angebote von verschiedenen Versicherungen ein. Vergleichen Sie ruhig die Kfz-Versicherungstarife „Kfz-Haftpflicht mit Teilkasko“ mit den Angeboten „Kfz-Haftpflicht mit Voll- und Teilkasko“. Der Kfz-Versicherungsrechner greift Ihnen dabei unter die Arme (Versicherungsangebote mit und ohne Vollkasko vergleichen).
  4. Natürlich gilt die Faustregel: Eine Vollkaskoversicherung wird allgemein nur in den ersten 4 bis 6 Jahren bei Neufahrzeugen empfohlen. Danach ist der Rest- oder Wiederbeschaffungswert des Kfz so weit gesunken, dass sich die Kosten für eine Vollkaskoversicherung weniger rentieren. Allerdings kann ein Fahrzeug auch einen ideellen Wert haben. Das können nur Sie als Kfz-Versicherungsnehmer entscheiden, wie lange Sie ein Auto vollkaskoversichern möchten.
  5.  Vielfach wird bei älteren Autos ab 5 Jahren nur noch die Teilkasko-Versicherung empfohlen. Bedenken Sie aber, dass es möglich sein kann, dass eine Vollkasko kaum mehr kostet als eine reine Teilkasko. Und die Leistungen bei einer Vollkasko sind nicht von der Hand zu weisen. Außerdem erhalten Sie sich die Schadenfreiheitsklasse in der Vollkasko, nämlich für Ihr nächstes Auto. Eine gute SF-Klasse in der Vollkasko sollte man eigentlich fortführen.
  6. Bei einer Neu- oder Gebrauchtwagenfinanzierung empfiehlt sich generell eine Vollkasko.
  7. Autofahrer sollten sich überlegen, welche Konsequenzen es nach sich zieht, wenn das Fahrzeug aufgrund eines selbstverschuldeten Unfalls nur noch Schrott ist oder es massiv beschädigt wurde? Kann man sich ohne weiteres ein neues oder gebrauchtes Fahrzeug kaufen/finanzieren? Oder lässt man den Schaden in einer Werkstatt reparieren? Verzichtet man vielleicht auf optische Schönheitsreparaturen und lässt das Kfz nur technisch instandsetzen?