Was passiert mit der Kfz Versicherung bei einem Kfz-Verkauf

Hier erläutern wir Ihnen wichtige Dinge im Hinblick auf die Kfz-Versicherung, wenn Sie Ihr Auto als Gebrauchtwagen privat verkaufen möchten.

Versicherungsvertrag geht auf den Käufer über

Grundsätzlich gehen bei einem Verkauf des Autos die Rechte und Pflichten vom Verkäufer (bisheriger Eigentümer) auf den Käufer über. Das bedeutet auch, dass der Käufer in den Versicherungsvertrag einsteigt und den Vertrag erst einmal so übernimmt wie er ist. Der Käufer ist dann verpflichtet, sich um einen Versicherungsschutz innerhalb eines Monats zu kümmern. Entweder schließt dazu der Käufer mit dem bisherigen Versicherer einen neuen Vertrag ab oder er wählt eine andere Kfz-Versicherung

Versicherungsvertrag kann per se nicht vom Verkäufer gekündigt werden

Der Verkäufer kann die Kfz-Versicherung beim Kfz-Verkauf nicht wirksam kündigen, da der Versicherer die Kündigung nur akzeptieren muss, wenn der neue Eigentümer eine Versicherung nachweist, also einen neuen Versicherungsvertrag bei einer Kfz-Versicherungsgesellschaft seiner Wahl abschließt. Der Vertrag bleibt also bis dato bestehen, dann für den Straßenverkehr ist eine Kfz-Haftpflichtversicherung bekannterweise Pflicht und keine Kür.

Zudem ist der Verkäufer dazu gehalten, seinem eigenen Versicherer und der zuständigen Zulassungsstelle den Fahrzeugverkauf unmittelbar anzuzeigen! Bei einem Verkauf des Kfz kann man die Kfz-Versicherung nicht kündigen.

Das Problem beim Übergang der Kfz-Versicherung auf den Käufer

Übernimmt der Käufer das Fahrzeug und verursacht damit einen Schaden, dann muss die Kfz-Haftpflichtversicherung des bestehenden Vertrages für die Deckung haften. Problematisch für den Verkäufer ist demzufolge, dass der neue Eigentümer zwar in die Rechte und Pflichten des Versicherungsvertrags eingetreten ist, der Versicherer jedoch noch gar keinen Versicherungsvertrag mit dem neuen Eigentümer geschlossen hat. Die Folge: Als Verkäufer zahlt man im Schadensfall noch die Kosten der Rückstufung der Schadenfreiheitsklasse! Zudem zahlt man noch den Versicherungsbeitrag und die Kfz-Steuer so lange weiter, bis der neue Halter das Fahrzeug umgemeldet hat! Wer also in gutem Glauben sein Auto verkauft, dem kann die Sache auf die Füße fallen!

Im Kaufvertrag ist es wichtig, dass das genaue Datum und die Uhrzeit der Fahrzeugübergabe stehen. Oft finden sich zwar in vorgedruckten Kaufverträgen bestimmte Klauseln wie etwa, dass der Käufer sich zur sofortigen Kfz-Ummeldung verpflichtet und im Schadenfall die Kosten übernehmen müsse. Das hat aber wenig Sinn, wenn sich der Käufer nicht daran hält! Im Zweifel bliebe dann nur der Rechtsweg – und den will man als Verkäufer sicherlich vermeiden.

Unser Tipp: Kfz vor der Übergabe außer Betrieb setzen

Wir empfehlen generell bei einem Privatverkauf, das Kfz zuvor außer Betrieb zu setzen. Früher nannte man das Kfz-Abmeldung oder Stilllegung. Der Käufer kann dann das Fahrzeug mit einem Kurzzeitkennzeichen fahren oder das Auto gleich auf seinen Namen zulassen. Das Außer-Betrieb-Setzen eines Fahrzeugs ist bundesweit in allen Zulassungsstellen möglich und kostet nur eine geringe Gebühr. Dafür schafft diese Option Sicherheit für den Verkäufer, da das Fahrzeug nach der Abmeldung mit den ungestempelten Kennzeichenschildern nur noch bis 24 Uhr für die Rückfahrt im eigenen und angrenzenden Zulassungsbezirk (laut Kennzeichen) gefahren werden darf. Zum Abmelden werden die Fahrzeugpapiere (Fahrzeugschein und Fahrzeugbrief bzw. Zulassungsbescheinigung I + II) und die Kennzeichenschilder benötigt.

Denkbar ist ebenso, den Verkauf bzw. die Übergabe des Kfz zu den Öffnungszeiten der Zulassungsstelle im Bereich des neuen Eigentümers zu machen. Dort kann a) das Fahrzeug außer Betrieb gesetzt werden und b) der neue Eigentümer kann das Fahrzeug sofort zulassen und fahren.

Der neue Kfz-Halter (meist identisch mit dem Käufer) benötigt zum Anmelden des Kfz die bereits genannten Fahrzeugpapiere, Bescheinigung über bestandene HU und AU (wenn das Auto älter als 3 Jahre ist), die alten Kennzeichen (falls das Fahrzeug noch nicht abgemeldet wurde) sowie die Versicherungsbestätigung mittels einer eVB-Nummer.